Muskelkrämpfe
Zuletzt aktualisiert: 13. August 2020

Jeder kennt die Situation. Du schläfst und plötzlich verkrampft sich die Wade. Du greifst nach deinem Bein und verharrst in dieser schmerzhaften Position. Doch nach kurzer Zeit ist der stechende Schmerz wieder vorbei. Warum entstehen überhaupt diese Muskelkrämpfe und wie bekommt man sie in den Griff?

In unserem Beitrag gehen wir auf die häufigst gestellten Fragen rund um das Thema Muskelkrämpfe ein und informieren dich über die wichtigsten Fakten. Im letzten Teil bekommst du natürlich noch die besten Tipps & Tricks mit auf den Weg. So wirst du deine Wadenkrämpfe möglichst schnell los oder besser noch, du bekommst sie viel seltener.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Muskelkrampf ist eine schmerzhafte Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Die Verkrampfung geschieht völlig unbewusst und dauert im Normalfall nur kurze Zeit.
  • Muskelkrämpfe kommen besonders oft beim Sport, in der Schwangerschaft, bei älteren Menschen, Stress aber auch in Ruhephasen vor. Auslöser können ein Flüssigkeits- und Elektrolytmangel, Alkohol- oder Medikamentenkonsum sein. Es können aber auch schwerwiegenden Schädigungen am Nerven- und Stoffwechselsystem Krämpfe auslösen.
  • Um Krämpfe loszuwerden bzw. vorzubeugen, haben sich vor allem Dehnübungen, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Bewegung bewährt. Neu aber effektiv ist der Trunk von Gewürzgurkenwasser. Bei lang andauernden Muskelkrämpfen sind Chinin, Cannabinoide und Medikamente gegen Epilepsie hilfreich.

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Definition: Was ist ein Muskelkrampf?

Ein Muskelkrampf ist eine unbewusste, schmerzhafte Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Die Verhärtung des Muskels ist deutlich ertastbar und in den meisten Fällen harmlos. Denn der gewöhnliche Muskelkrampf dauert nur wenige Sekunden oder Minuten und löst sich von selbst.

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Muskelkrämpfe treten häufig beim Sport auf und sind in der Regel schnell wieder vorbei.
(Bildquelle: pixabay / composita)

Zumeist entstehen Muskelkrämpfe an der Skelettmuskulatur, die auch quergestreifte Muskulatur genannt wird. Diese kann man in der Regel bewusst an- und entspannen. Bei einem Muskelkrampf kontrahiert der Muskel nun unbewusst und entspannt sich für bestimmte Zeit nicht wieder, wie dies im Normalfall üblich wäre.

Hintergründe: Was du über Muskelkrämpfe wissen solltest

Bevor wir dir erklären, was bei Muskelkrämpfen hilfreich ist, möchten wir auf die wichtigsten Fakten eingehen. Deshalb haben wir die häufigsten Fragen zu diesem Thema zusammengestellt und ausführlich beantwortet.

Was passiert bei einem Muskelkrampf?

Ausgelöst wird die Kontraktion nicht direkt vom Muskel, sondern vom Nerven, der mit dem Muskel verbunden ist. Der Nerv erhält wiederum Signale vom Gehirn, die mittels elektrischer Impulse über das Rückenmark zu den Nervenzellen strömen.

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Die Nervenenden haben somit eine wesentliche Funktion bei der Signalübertragung. Und genau an dieser Übergangsstelle entsteht der Krampf.

Denn bei einem Krampf senden die Nervenzellen unkontrolliert Impulse an den Muskel, ohne, dass das Gehirn den Befehl dazu gibt.

Normalerweise entlädt ein Nerv mit einer Entladungsfrequenz zwischen 12 und 30 Hz pro Sekunde. Bei einem Krampf geht der Wert bis 300 Hz. Diese Impuls-Überflutung nehmen wir dann als schmerzhaften Krampf wahr.

Gibt es unterschiedliche Formen von Muskelkrämpfen?

Muskelkrämpfe kann man aufgrund ihrer Einflüsse bzw. Ursachen in drei Kategorien aufteilen:

Art Beschreibung
Paraphysiologische Krämpfe Paraphysiologische Krämpfe kommen am häufigsten vor. Wortwörtlich bedeutet der Begriff: von äußeren Ursachen ausgelöst. Das bedeutet, dass bei einem gesunden Menschen und unter gewissen Umständen ein Krampf entsteht. Ursache kann Überanstrengung beim Sport, Schwangerschaft etc. sein.
Symptomatischen Krämpfe Bei Symptomatischen Krämpfen ist eine neurologische oder intrinsische Erkrankung der Auslöser von Krämpfen. Schädigungen am Nervensystem, Störungen im Stoffwechsel, am Herzen und anderen Organen können mögliche Ursachen sein.
Idiopathische Krämpfe Idiopathisch bedeutet übersetzt “idios” = eigen und “pathos” = leiden. In der Medizin wird dieser Begriff verwendet, wenn nach der Anamnese des Patienten keine konkrete Ursache für die Krampfanfälle gefunden wurde.

Nachfolgend wird zum Verständnis und zur besseren Abgrenzung auf weitere wichtige Begriffe eingegangen:

  • Dystonie
    Den Begriff “Dystonie” verwendet man, wenn es im Gegensatz zum gewöhnlichen Muskelkrampf zu einer längeren Kontraktion kommt. Diese Kontraktion führt zu einer Bewegungsstörung oder Fehlstellung von einzelnen Körperteilen. Bei der Dystonie liegt das Problem nicht an der Nerv-Muskel-Übertragung, sondern auf einer Fehlleistung im Gehirn. Sie sind daher den Symptomatischen Krämpfen zuzuordnen. Dystonien können in leichter oder in schwerer Form auftreten, bei der der ganze Körper betroffen ist.
  • Krampfanfall
    Wenn nicht nur ein Muskel, sondern der ganze Körper verkrampft, dann spricht man hierbei von einem “Krampfanfall”. Mögliche Ursachen können Fieber, Epilepsie, Drogen oder Alkoholentzug sein.
  • Epilepsie
    Man spricht von einer “Epilepsie”, wenn epileptische Anfälle wiederholt auftreten. Ein “epileptischer Anfall” kommt dagegen nur einmalig vor. In beiden Fällen kommt es zu plötzlichen Entladungsstörungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu Krampfanfällen führen.
  • Restless Legs Syndrom
    Das “Restless Leg Syndrom”, kurz RLS, hat ähnliche Symptome. Allerdings handelt es sich nicht um Muskelkrämpfe, sondern um eine neurologische Störung. Betroffene klagen über unruhige Beine und einen starken Bewegungsdrang, die sich vor allem in Ruhephasen, also am Abend und in der Nacht verschlimmern. Man vermutet u. a. Eisenmangel im Gehirn als Ursache für die Funktionsstörung.(1, 2)

Wo und wann können Muskelkrämpfe besonders auftreten?

Besonders häufig sind Beine und Füße von Krämpfen betroffen. Sie werden von allen Muskelgruppen am stärksten beansprucht und halten teils hohen Belastungen stand. Deshalb kommt es auch häufig im Sport zu Muskelkrämpfen.

Sie können aber auch im Ruhezustand während des Schlafes auftreten. Jeder von uns hat die bekannten Wadenkrämpfe im Bett schon erlebt. Auch ältere Menschen und Schwangere werden besonders oft von unangenehmen Krämpfen geplagt.

Was sind die möglichen Ursachen für Muskelkrämpfe?

Die Ursache von Krämpfen ist in vielen Fällen ungeklärt. Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle, die jedoch mehr Hypothesen als wissenschaftliche Fakten sind. Wenn eine neurologische Krankheit ausgeschlossen wird, kann die Ursachenfindung schwierig werden.

Denn warum sich der Nerv am Muskel so verhält, ist relativ unklar. Was man jedoch weitestgehend feststellen kann ist, dass Muskelkrämpfe häufig bei starker Anstrengung entstehen. Das ist besonders bei sportlichen Aktivitäten der Fall.

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Beim Sport verlierst du Wasser und Mineralien. Achte deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – am besten mit mineralhaltigem Wasser.
(Bildquelle: Pexels / Andrea Piacquadio)

Auch ein Mangel an Elektrolyten und erhöhter Flüssigkeitsverlust können Krämpfe auslösen. Der Körper verliert durch das Schwitzen Flüssigkeit und Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese sind für die Kommunikation der Nerven und Muskeln wichtig und können womöglich bei einem Mangel einen Muskelkrampf auslösen.

Weitere Faktoren für Muskelkrämpfe können ein überhöhter Alkoholkonsum und die Einnahme von Medikamenten sein. (3)

Wie bereits angedeutet können aber auch schwerwiegende Krankheiten hinter den Muskelkontraktionen stecken. Wenn die Krämpfe häufig und über längere Zeit auftreten, solltest du einen Arzt aufsuchen. Er untersucht dich auf mögliche neurologische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Du solltest auch auf ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung achten. Eine schlechte Durchblutung sorgt für eine schlechte Versorgung des Muskels. Durch Fettablagerungen in den Gefäßen aber auch durch Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck gelangen Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr richtig zu den Muskeln.

Welche Medikamente lösen Muskelkrämpfe aus?

Medikamente wie Antidepressiva, Psychopharmaka, Asthma-Medikamente und jene, die auf das Nervensystem wirken, können Muskelkrämpfe auslösen. Die nachfolgende Liste ist nur ein Auszug. In jedem Fall solltest du Neben- und Wechselwirkungen mit deinem Arzt besprechen.

Medikament Krankheitsbild
Lithium bei manisch-depressiver und bipolarer Störung
Donepezil Demenz
Levodopa/Carbidopa Parkinson, Restless Leg Syndrom
Diuretika harntreibend und blutdrucksenkend
Cholinesterase-Hemmer Alzheimer
Ramipril Bluthochdruck, Herzinsuffizienz
Ciclosporin ist ein Immunsuppresiva, bei Tansplantation, rheumatoider Arthritis
Tamoxifen Brustkrebs

Können Muskelkrämpfe gefährlich sein und wann muss ich zum Arzt gehen?

Treten Muskelkrämpfe häufiger bei dir auf, dann solltest du dessen Ursache bei einem Arzt abklären lassen. Ein Facharzt tastet deine Gelenke und Muskulatur ab. Danach führt er einen Bluttest durch und überprüft, ob mögliche hormonelle Störungen vorliegen.

Treten die Krämpfe nach wie vor häufig auf, kann dies auch auf Schädigungen am Nervensystem wie Multipler Sklerose, Epilepsie, etc. hinweisen. Der Arzt wird deshalb weitere Untersuchungen mittels Antikörpertest, Muskelbiopsie, etc. durchführen.

Muskelkrämpfe: Die besten Tipps & Tricks zur Behandlung und Vermeidung

Es gibt eine Vielzahl an Methoden, um gewöhnliche Krämpfe vorzubeugen oder im Akutfall zu behandeln. Nachfolgend gehen wir detailliert auf bekannte und unbekannte Methoden ein und erklären dir, welche hilfreich sind.

Viel Trinken

Der Flüssigkeitsbedarf ist von Person zu Person unterschiedlich. Je nach Körpergewicht, Größe, Alter und Bewegung ist eine unterschiedliche Menge an Flüssigkeit notwendig. Vor allem Sportler verlieren durch das Schwitzen viel Flüssigkeit und Mineralstoffe, was zu Muskelkrämpfen führen kann.

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Wusstest du, dass…?

Erwachsene sollten 1 ml Wasser pro 1 kcal und pro Tag trinken. Bei jungen Erwachsenen (19 – 25 Jahren), die eine tägliche Energiezufuhr von 2.500 kcal haben, ergibt das 2,5 Liter pro Tag.

Sportler sollten daher bei Mineralwässern darauf achten, dass sie nicht natriumarmes Wasser, sondern Mineralwasser mit viel Natrium, Magnesium, Kalium und Calcium trinken. Generell sind alle ungesüßten Getränke, wie Tees und Infused Water ideal, um das Trinkverhalten anzukurbeln.

Ernährung

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist wichtig, damit sämtliche Prozesse in deinem Körper optimal funktionieren. Ernährst du dich recht einseitig und eher ungesund, dann sollst du eine Ernährungsumstellung in Erwägung ziehen. Nahrungsmittel wie Vollkorngetreide, Bananen, Nüsse, Samen und Mineralwasser enthalten viele wertvolle Mineralstoffe, die sich günstig auf das Nervensystem auswirken.

Nüsse enthalten insbesondere Magnesium, Kalium, Folsäure, Eisen und auch B-Vitamine, die für das Gehirn und die Nervenzellen wichtig sind. In Bananen befinden sich neben Vitamin B6 und Magnesium besonders viel Kalium, das für das Herz, die Muskeln und Nerven wichtig ist.

Magnesium

Bei gewöhnlichen Muskelkrämpfen ist die Verschreibung von Magnesiumpräparaten häufig die erste Wahl.

Die Wirksamkeit von Magnesium bei Muskelkrämpfen konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

In Studien konnte bisher jedoch keine signifikante Wirkung auf die Beeinflussung und Häufigkeit von Krämpfen im Vergleich zu den Placebo-Gruppen festgestellt werden. (4, 5, 6)

Bei der Prophylaxe, also Vorbeugung von Krämpfen, sind die Informationen etwas unscharf. Bei älteren Erwachsenen erscheint eine Magnesium-Supplementation unbedeutend, um Krämpfe vorzubeugen. (4)Eine andere Studie erklärt, dass ein Magnesiummangel  negativ auf die Muskelkontraktion wirkt. (5)

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) fasst in ihren Leitlinien zusammen, dass die Wirkung zwar nicht ausreichend belegt wurde, die Einnahme von Magnesium aufgrund der günstigen Nebenwirkungen jedoch in Maßen versucht werden soll. (15)

Bei Schwangeren konnte in Studien eine mögliche Wirksamkeit von Magnesium bei Krämpfen festgestellt werden. Der Einsatz von Magnesium ist daher bei dieser Personengruppe sinnvoll, es bedarf allerdings weiterer Studien, um diese Ergebnisse zu festigen. (5)

Dehnübungen und Bewegung

Eine simple Methode, die sich bei der Therapie von Muskelkrämpfen sehr bewährt, sind Dehnübungen. Im akuten Fall sollst du den verkrampften Muskel daher dehnen oder den Antagonisten, also den Gegenspieler-Muskel, anspannen. Sportler sind besonders häufig von Muskelkrämpfen betroffen. Bei ihnen sind Aufwärmphasen und Dehnungen besonders anzuraten.

Wenige wissen, dass Dehnübungen auch prophylaktisch helfen, um Krämpfen vorzubeugen.

Solltest du regelmäßig an nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, dann hilft es, wenn du zur Vorbeuge vor dem Zubettgehen Dehnübungen durchführst. Diese Übung kannst du im Ausfallschritt oder im Bett machen, indem du deinen Fuß umfasst und sanft aber konstant ziehst. Ältere Menschen kommen nur schwer an ihre Füße, weshalb sie sich mit einer Schlinge aus einem Seil, Schal oder Tuch behelfen können.

Auch sehr wirksam sind Faszienrollen. Du legst dich auf eine Matte am Boden und positionierst die Rolle unter den Unterschenkel. Dann lässt du die Rolle langsam und mit Druck bis zum Oberschenkel hinaufgleiten.

Du solltest auch darauf achten, dass du dich regelmäßig bewegst. Denn Bewegung sorgt für gut durchblutetes Gewebe, was Muskelkrämpfen vorbeugen kann.

Massagen

Bei Muskelkrämpfen haben sich stets Massagen bewährt. Allen voran ist die Massage von Triggerpunkten sehr effektiv, um verhärtete Stellen zu lösen. Die Behandlung ist bei einem Sportmasseur sicherlich nicht ganz schmerzfrei, du kannst die Massage jedoch auch selbst zu Hause durchführen.

Setz dich auf deine Couch, dein Bett oder noch besser in die warme Badewanne. Denn im warmen Wasser entspannen Muskeln tendenziell besser. Taste nun den Muskel nach Verhärtungen (Triggerpunkten) ab und massiere die Stelle mit Druck und in kreisenden Bewegungen, bis der Schmerz nachlässt.

Wechselduschen

Der positive Effekt von Bewegung auf einen gesunden Kreislauf und eine gute Durchblutung wurde bereits angesprochen. Einen ähnlichen Effekt haben Wechselduschen oder -bäder. Sie regen den Kreislauf an und fördern so eine bessere Durchblutung der Muskeln.

Achtung: Bei der Wechseldusche sollte der Temperatur-Unterschied nicht zu hoch sein.

Bei einer Wechseldusche beginnst du wie gewöhnlich mit einer normalen, warmen Dusche. Danach wechselst du für eine Minute zu kühlem Wasser und duschst vorsichtig deine Beine und Arme ab. Arbeite dich dann vorsichtig zur Körpermitte und zum Gesicht vor. Wiederhole diesen Wechsel zweimal: warm – kalt – warm – kalt. Ältere Personen und jene mit einer Herzschwäche sollten auf Wechselduschen verzichten, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.

Warme Packungen

Eine weitere gute Alternative, um Verspannungen und Krämpfen entgegenzuwirken, sind warme Umschläge und Packungen. Die Wärme lässt den Krampf zwar nicht verschwinden, sie hilft aber, das Gewebe weicher zu machen. Mit einer anschließenden Dehnung oder Massage lassen sich Krämpfe so besser lösen. Ein warmes Bad hat denselben Effekt und kann ebenso gut Linderung verschaffen.

Gurkenwasser

Sehr überraschend ist die positive Wirkung von Gurkenwasser, genauer gesagt das Essigwasser von Gewürzgurken. Denn eine amerikanische Studie stellte fest, dass sich die Krampfdauer der Studien-Teilnehmer auf fast die Hälfte, nämlich auf 85 Sekunden reduzierte.

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Erstaunlich aber wahr: Das Essigwasser der Sauren Gurken kann die Dauer des Krampfanfalls verkürzen.
(Bildquelle: pixabay / Photo Mix)

Die Studie empfiehlt einen Milliliter Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht einzunehmen. Es wird angenommen, dass die Dosis eine untergeordnete Rolle spielt. Denn in der angegebenen Zeit könne der Körper das Gurkenwasser nicht aufnehmen. Die Leiter der Studie vermuten, dass der saure Geschmack des Wassers die Aktivität der impulsgebenden Nervenzellen drosselt. Dies wirke in der Folge krampflösend. (7, 8)

Homöopathie

In der Homöopathie werden folgende Mittel gegen Muskelkrämpfe empfohlen:

Mittel Beschreibung
cuprum metallicum Kuper, wichtigstes Krampfmittel in der Homöopathie
Magnesium phosophoricum Muskelkrämpfe
Valerina officinalis echter Baldrian, beruhigend, bei Spasmen am ganzen Körper
Schüssler Salz Magnesium phosphoricum D6 aufgelöst in warmen Wasser als heisse 7

Behandlung mit Medikamenten

Eine Behandlung mit Medikamenten kommt dann zum Tragen, wenn die Muskelkrämpfe häufig auftreten und den Patienten in der Bewegung und im Alltag einschränken. Sollten bei dir die Krämpfe quälend sein, dann solltest du weitere Therapien mit dem Facharzt besprechen. Die nachfolgenden Informationen stellen einen Auszug an Möglichkeiten dar.

Chinin

In der Medizin ist die muskelrelaxierende Eigenschaft von Chinin bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Schon damals wurde das Chininsulfat für die Behandlung von Malaria eingesetzt. Studien belegen zudem den positiven Effekt auf dauerhafte Muskelkrämpfe. (9, 10)Chinin kann jedoch auch seltene aber schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, weshalb du die Einnahme von Chinin dringend mit dem Arzt besprechen sollst. So können typischerweise Ohrrauschen (Tinitus) und Sehstörungen auftreten.

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Wusstest du, dass…?

Chinin in den Getränken Tonic Water und Bitterlemon enthalten ist? Der typische bitter schmeckende Stoff wird aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen. Die Softgetränke enthalten mit 30 – 50 mg / Liter relativ wenig Chinin. Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen sollen jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf chininhaltige Getränke verzichten.

In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einer Blutgerinnungsstörung, Anämie oder Nierenschädigung kommen, die lebensbedrohlich verlaufen können. Bei einer vorgehenden Herzschwäche sollte der Einsatz von Chinin gut abgewogen werden. Chininsulfat als Medikament wird dann vom Arzt verabreicht, wenn eine Überempfindlichkeit auf Chinin ausgeschlossen werden kann und die üblichen Methoden kaum Erfolg brachten.

Cannabinoide

Cannabis ist ein sehr umstrittenes Produkt und fällt in vielen Ländern unter das Betäubungsmittelgesetz. Dennoch konnte in mehreren Studien der positive Effekt von Cannabinoiden auf die Verbesserung von Muskelkrämpfen (durch Multiple Sklerose) nachgewiesen werden. (11, 12, 13, 14)

So kommt auch das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz in einer mitfinanzierten Meta-Analyse zu dem Schluss, dass Cannabinoide die Übererregbarkeit der Nervenzellen reduzieren. Sie besitzen somit eine muskelrelaxierende, antispastische Wirksamkeit. (11)

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Cannabinoide haben eine muskelrelaxierende Eigenschaft und werden von den Patienten relativ gut vertragen.
(Bildquelle: pixabay / Julia Teichmann)

Das Arzneimittel Nabiximol enthält Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Das THC wirkt muskelrelaxierend und psychoaktiv. CBD wirkt hingegen schmerzlindernd, krampflösend, neuroprotektiv, angstlösend und hat keine psychoaktive Wirkung. Vielmehr schwächt CBD das suchtbildende und psychoaktive Potenzial von THC ab. (11)

Das Arzneimittel ist in öliger oder alkohlischer Suspension erhältlich und wird verordnet, wenn vorherige Therapieformen keinen Erfolg einbrachten.

Die Nebenwirkungen, darunter auch das Potenzial einer Abhängigkeit, werden generell als gering eingestuft. Es können jedoch die Fahrtüchtigkeit und kognitive Fähigkeiten eingeschränkt sein. (11)

Botolinumtoxin

Das Botolinumtoxin ist ein Nervengift und wird nur bei bestimmten Körperbereichen (Fokaldystonie) eingesetzt. Das Mittel wird direkt in den betroffenen Muskel gespritzt. Dadurch wird die Übertragung vom Nerven auf den Muskel gehemmt und so der Muskel lahmgelegt. Da der Körper das Mittel abbaut, muss Botolinumtoxin alle 10 bis 12 Wochen nachgespritzt werden.

Medikamente gegen Epilepsie

Idiopathische Muskelkrämpfe, können wie erwähnt, auf keine konkrete Ursache zurückgeführt werden können. Sind die Muskelkrämpfe andauernd und stark einschränkend, werden oftmals auch Medikamente gegen Epilepsie eingesetzt.

Tiefe Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation wird bei schwerwiegenden Dystonien angewandt. Es handelt sich um einen minimalinvasiven neurochirurgischen Präzisionseingriff. Dem Patienten werden feinste Elektroden implantiert, um Fehlleistungen im Gehirn zu normalisieren. Die Chirurgen greifen sozusagen in den gestörten Regelkreis des Gehirns ein, wodurch die Symptome der Muskelkrämpfe verbessert werden.

Fazit

Wenn du Krampfanfälle hast, dann gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten um sie wieder loszuwerden. Bei einem akuten Krampfanfall hilft es, wenn du den betroffenen Muskel dehnst. Durch Wärme wird der Muskel weicher und du kannst die betroffene Stelle besser ausmassieren und strecken. Hilft das nicht weiter, dann probier einen kleinen Schluck Essiggurken-Wasser.

Um Krampfanfälle vorzubeugen, solltest du auf ausreichend Flüssigkeit und gesunde Ernährung achten. Die Wirkung von Magnesium bei Krampfanfällen ist bisher nicht erwiesen. Trotzdem ist ein ausgewogener Mineralstoffhaushalt wichtig, um die Versorgung von Muskeln und Nerven zu garantieren. Bei häufigen und lang andauernden Krämpfen solltest du zu einem Arzt gehen. Er bzw. sie klärt dich über mögliche Therapieformen und deren Nebenwirkungen auf.

Bildquelle: Tom/ 123rf.com

Einzelnachweise (15)

1. Wurzinger B, König P. Eisenmangel, Müdigkeit und Restless-Legs-Syndrom [Iron deficiency, Fatigue and Restless-Legs-Syndrome]. Wien Med Wochenschr. 2016;166(13-14):447-452. doi:10.1007/s10354-016-0497-3
Quelle

2. Trotti LM, Becker LA. Iron for the treatment of restless legs syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2019;1(1):CD007834. Published 2019 Jan 4. doi:10.1002/14651858.CD007834.pub3
Quelle

3. Delacour C, Chambe J, Lefebvre F, et al. Association Between Alcohol Consumption and Nocturnal Leg Cramps in Patients Over 60 Years Old: A Case-Control Study. Ann Fam Med. 2018;16(4):296-301. doi:10.1370/afm.2238
Quelle

4. Garrison SR, Allan GM, Sekhon RK, Musini VM, Khan KM. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2012;2012(9):CD009402. Published 2012 Sep 12. doi:10.1002/14651858.CD009402.pub2
Quelle

5. Sebo P, Cerutti B, Haller DM. Effect of magnesium therapy on nocturnal leg cramps: a systematic review of randomized controlled trials with meta-analysis using simulations. Fam Pract. 2014;31(1):7-19. doi:10.1093/fampra/cmt065
Quelle

6. Roguin Maor N, Alperin M, Shturman E, et al. Effect of Magnesium Oxide Supplementation on Nocturnal Leg Cramps: A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2017;177(5):617–623. doi:10.1001/jamainternmed.2016.9261
Quelle

7. Peikert J, Miller KC, Albrecht J, Tucker J, Deal J. Pre-exercise ingestion of pickle juice, hypertonic saline, or water and aerobic performance and thermoregulation. J Athl Train. 2014;49(2):204-209. doi:10.4085/1062-6050-49.2.11
Quelle

8. Miller KC, Mack GW, Knight KL, et al. Reflex inhibition of electrically induced muscle cramps in hypohydrated humans. Med Sci Sports Exerc. 2010;42(5):953-961. doi:10.1249/MSS.0b013e3181c0647e
Quelle

9. Diener HC, Dethlefsen U, Dethlefsen-Gruber S, Verbeek P. Effectiveness of quinine in treating muscle cramps: a double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicentre trial. Int J Clin Pract. 2002;56(4):243-246.
Quelle

10. El-Tawil S, Al Musa T, Valli H, et al. Quinine for muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(4):CD005044. Published 2015 Apr 5. doi:10.1002/14651858.CD005044.pub3
Quelle

11. Whiting PF, Wolff RF, Deshpande S, et al. Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis [published correction appears in JAMA. 2015 Aug 4;314(5):520] [published correction appears in JAMA. 2015 Aug 25;314(8):837] [published correction appears in JAMA. 2015 Dec 1;314(21):2308] [published correction appears in JAMA. 2016 Apr 12;315(14):1522]. JAMA. 2015;313(24):2456-2473. doi:10.1001/jama.2015.6358
Quelle

12. Pryce G, Baker D. Endocannabinoids in Multiple Sclerosis and Amyotrophic Lateral Sclerosis. Handb Exp Pharmacol. 2015;231:213-231. doi:10.1007/978-3-319-20825-1_7
Quelle

13. Novotna A, Mares J, Ratcliffe S, et al. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols* (Sativex(®) ), as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosis. Eur J Neurol. 2011;18(9):1122-1131. doi:10.1111/j.1468-1331.2010.03328.x
Quelle

14. Flachenecker P, Henze T, Zettl UK. Long-term effectiveness and safety of nabiximols (tetrahydrocannabinol/cannabidiol oromucosal spray) in clinical practice. Eur Neurol. 2014;72(1-2):95-102. doi:10.1159/000360285
Quelle

15. Leitlinien Crampi/Muskelkrampf
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Benjamin ist studierter Biologe. Er hat sich mittlerweile auf Physiologie spezialisiert. Gerade der Einfluss von Nahrungsergänzungsmittel auf den menschlichen Organismus interessieren ihn. Er arbeitet als Medizinredakteur. Sein Ziel ist es, komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen, damit sie für alle verständlich sind.
Wissenschaftlicher Artikel
Wurzinger B, König P. Eisenmangel, Müdigkeit und Restless-Legs-Syndrom [Iron deficiency, Fatigue and Restless-Legs-Syndrome]. Wien Med Wochenschr. 2016;166(13-14):447-452. doi:10.1007/s10354-016-0497-3
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Wissenschaftliche Studie
Trotti LM, Becker LA. Iron for the treatment of restless legs syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2019;1(1):CD007834. Published 2019 Jan 4. doi:10.1002/14651858.CD007834.pub3
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Pryce G, Baker D. Endocannabinoids in Multiple Sclerosis and Amyotrophic Lateral Sclerosis. Handb Exp Pharmacol. 2015;231:213-231. doi:10.1007/978-3-319-20825-1_7
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Wissenschaftliche Studie
Novotna A, Mares J, Ratcliffe S, et al. A randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, enriched-design study of nabiximols* (Sativex(®) ), as add-on therapy, in subjects with refractory spasticity caused by multiple sclerosis. Eur J Neurol. 2011;18(9):1122-1131. doi:10.1111/j.1468-1331.2010.03328.x
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Wissenschaftliche Studie
Flachenecker P, Henze T, Zettl UK. Long-term effectiveness and safety of nabiximols (tetrahydrocannabinol/cannabidiol oromucosal spray) in clinical practice. Eur Neurol. 2014;72(1-2):95-102. doi:10.1159/000360285
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Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Leitlinien Crampi/Muskelkrampf
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