Zuletzt aktualisiert: 13. August 2020

Wadenkrämpfe sind weit verbreitet. 60 % der Erwachsenen berichten geben an, schon einmal von Wadenkrämpfen betroffen gewesen zu sein und sogar jeder Dritte wird regelmäßig von ihnen geplagt. (6) Gerade in der Nacht sind Wadenkrämpfe besonders unangenehm und bringen Betroffene regelrecht um ihren Schlaf und gefährden so langfristig die Lebensqualität.

Dieser Artikel soll Dir die wesentlichen Informationen zu Wadenkrämpfen und ihren Ursachen näherbringen. Anschließend möchten wir Dir ein paar Tipps und Tricks mit an die Hand geben, was Du nicht nur kurz-, sondern auch langfristig gegen nächtliche Wadenkrämpfe tun kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Nächtliche Wadenkrämpfe sind die am häufigsten auftretende Form von Muskelkrämpfen. Einzelne Muskeln oder Muskelgruppen ziehen sich dabei unwillkürlich und schmerzhaft zusammen und lassen sich nicht bewusst wieder entspannen.
  • Wadenkrämpfe können viele Ursachen haben. In den meisten Fällen werden sie durch übermäßige Belastung der Beinmuskeln, einen Mineralstoff- oder Flüssigkeitsmangel hervorgerufen. Nur sehr selten sind sie ein Symptom einer ernsthafteren Erkrankung.
  • Neben sanften Dehn-Übungen zur Muskelentspannung, ist vor allem die Einnahme von Magnesium das erste Mittel der Wahl, um Muskelkrämpfen auch langfristig vorzubeugen. In besonders schwerwiegenden Fällen kann auch die Einnahme von Chininsulfat eine mögliche Lösung sein, die Beschwerden zu lindern. Aufgrund starker Nebenwirkungen sollte es allerdings das letzte Mittel der Wahl sein.

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Definition: Was sind Wadenkrämpfe?

Ein Wadenkrampf bezeichnet die unwillkürliche und schmerzhafte Anspannung (Kontraktion) der Wadenmuskulatur. Hiervon können sowohl einzelne Muskeln als auch ganze Muskelgruppen betroffen sein. Krämpfe können per se jede Muskelgruppe des Körpers betreffen. Verkrampfungen der Wadenmuskulatur sind hierbei jedoch am häufigsten vertreten.

Anatomisch unterscheidet man den Unterschenkel in das Schienbein auf der Vorderseite und die Wade auf der Rückseite. Seine Muskeln lassen sich dabei in vier Gruppen unterteilen. So besteht die vordere Unterschenkelmuskulatur aus den sogenannten Streckern (Extensoren) auf der Beininnenseite und der Wadenbeinmuskulatur an der Außenseite. Die hintere Unterschenkelmuskulatur wird in eine oberflächliche und tiefe Muskelschicht unterteilt.

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Wer häufig von Wadenkrämpfen in der Nacht geplagt wird, leidet oft auch unter Schlafmangel und ist damit im Alltag weniger belastbar.
(Bildquelle: Bruno Aguirre / Unsplash)

Von Wadenkrämpfen spricht man, wenn die oberflächlichen und tiefen Muskelschichten auf der Unterschenkelrückseite durch unkontrollierte Muskelkontraktionen betroffen sind. Das verursacht sie Schmerzen und führt dazu, dass sich die Muskelpartie während des Krampfanfalls verhärtet.

Hintergründe: Was Du über Wadenkrämpfe in der Nacht wissen solltest

Bevor wir Dir Tipps zur Linderung und Vorbeugung Deiner nächtlichen Wadenkrämpfe weitergeben, solltest Du Dir einige Hintergrundinformationen zu Wadenkrämpfen aneignen.

Diese häufig gestellten Fragen wollen wir in den nachfolgenden Absätzen für Dich beantworten.

Warum hab ich nachts überhaupt Wadenkrämpfe?

Die Ursachen für Wadenkrämpfe können sehr verschieden sein. Generell unterscheidet man in der Medizin zunächst zwischen sogenannten paraphysiologischen und symptomatischen Muskelkrämpfen.

Meistens sind Wadenkrämpfe in der Nacht auf harmlose Ursachen zurückführbar.

Paraphysiologische Muskelkrämpfe werden durch äußerliche Ursachen hervorgerufen. Sie umfassen neben körperlichen Besonderheiten auch bestimmte Aspekte des Lebensstils, die Wadenkrämpfe begünstigen können.

Symptomatische Muskelkrämpfe hingegen sind ein Symptom einer übergeordneten Grunderkrankung oder eine möglich Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Muskelkrämpfe ohne erkennbare Ursache werden als idiopathisch bezeichnet. (1)

Einen Überblick über die verschiedenen möglichen Ursachen für Deine Wadenkrämpfe haben wir Dir in der folgenden Tabelle veranschaulicht.

Art mögliche Ursachen
Paraphysiologische Muskelkrämpfe

Überbelastung der Muskeln

  • durch Sport, z. B. Joggen
  • durch Fußfehlstellungen infolge falschen Schuhwerks, z. B. hochhackige oder zu kleine Schuhe

Hormonelles Ungleichgewicht

  • während einer Schwangerschaft, z. B. durch Veränderungen des Flüssigkeits- und Mineralstoffbedarfs
  • während der Pubertät

Störungen des Elektrolythaushalts

  • als Mineralstoffmangel, z. B. Magnesium oder Kalium
  • Flüssigkeitsmangel, z. B. durch zu geringe Trinkmengen oder auch übermäßiges Schwitzen
Symptomatische Muskelkrämpfe

Erkrankungen

  • Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nebenschilddrüsenunterfunktion, Erkrankungen der Nebennierenrinde, Nierenerkrankungen und Nierenschwäche
  • Muskelerkrankungen, z. B. Myotonien, Brody-Syndrom, Muskelkrampf-Muskelschmerz-und-Faszikulationen-Syndrom oder auch Crampus-Faszikulationssyndrom
  • Erkrankungen des Nervensystems, z. B. Parkinson, Multiple Sklerose oder Chorea Huntington, Polyneuropathien, Tetanus (Wundstarrkrampf), Radikulopathien, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Stiff-Man- / Stiff-Person-Syndrom
  • Gefäßerkrankungen (z. B. tiefe Becken- oder Beinvenenthrombose, Krampfadern)
  • bakterielle Infektionen, z. B. Leptospirose

Medikamentennebenwirkungen

  • Cholesterin senkende Medikamente, die den Wirkstoff Fenofibrat enthalten
    Medikamente gegen Bluthochdruck, z. B. Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Diuretika oder Kalziumkanablocker
  • Hormonelle Verhütungsmittel, z. B. Pille oder Hormon-Spirale
  • Asthma-Sprays, die den Wirkstoff Salbutamol enthalten
  • Insulin
  • Chemotherapeutika zur Behandlung von Krebs

In den meisten Fällen sind Wadenkrämpfe auf harmlose, äußere Ursachen zurückzuführen. Im Rahmen krankheitsbedingter Ursachen sind sie meist nur eines von vielen möglichen Symptomen, wie z. B. Bewegungseinschränkungen, Empfindungsstörungen, Kreislaufprobleme oder Fieber. Wenn Du dennoch etwas Ernstes hinter Deinen Krämpfen vermutest, solltest Du einen Arzt aufzusuchen, um Deine Beschwerden abklären zu lassen.

Was begünstigt Wadenkrämpfe in der Nacht?

Die Wahrscheinlichkeit für Wadenkrämpfe in der Nacht kann durch verschiedene Faktoren ansteigen. All diese haben die Gemeinsamkeit, dass sie den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen, was zu kurzzeitigen Mangelzuständen führt, oder mit einer übermäßigen Belastung der Muskeln einhergehen.

Hierzu zählen z. B. Sport oder schwere körperliche Arbeit besonders bei Hitze. Neben einer möglichen Überbelastung der Muskeln führt die Hitze zu übermäßigem Schwitzen und dadurch zum Flüssigkeitsverlust und einem Ungleichgewicht des Elektrolythaushalts.

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Alkohol hat eine dehydrierende Wirkung. Er führt dazu, dass wertvolle Flüssigkeit und Mineralstoffe über die Nieren aus dem Körper gespült werden und kann so Wadenkrämpfe in der Nacht begünstigen. Wenn Du Alkohol trinkst, achte darauf auch ausreichend nichtalkoholische Getränke zu Dir zu nehmen, um diesem Effekt vorzubeugen.
(Bildquelle: Gerrie van der Walt / Unsplash)

Auch der Konsum Alkohol kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, da dieser dehydrierend auf den Körper wirkt. Er verhindert die Wiederaufnahme von Flüssigkeit über die Nieren und sorgt stattdessen dafür, dass diese verstärkt ausgeschieden wird. Dadurch werden ebenfalls viele notwendige Elektrolyte ausgespült.

Weiterhin kann das Tragen von falschem Schuhwerk zu einer Fehlhaltung oder Verkürzung der unteren Beinmuskeln führen. Dadurch werden die Muskeln wiederum falsch und übermäßig beansprucht.

Zuletzt können dauerhaft notwendige Medikamente im Rahmen ihrer Nebenwirkungen die Wahrscheinlichkeit für Wadenkrämpfe in der Nacht erhöhen.

Worauf können Wadenkrämpfe in der Nacht hinweisen?

Im einfachsten Fall teilt Dir Dein Körper auf diese Weise mit, dass er dehydriert ist oder ihm wichtige Mineralstoffe wie z. B. Magnesium fehlen. Vielleicht war auch die letzte Sporteinheit ein wenig zu intensiv für Deine Muskeln.

Meist sind Wadenkrämpfe in der Nacht ein Hinweis auf ein gestörtes Gleichgewicht in Deinem Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt.

Diese Signale kannst Du leicht beheben, indem Du darauf achtest, am Tag ausreichend zu trinken, zusätzlich Magnesium einzunehmen und Dich beim Sport gegebenenfalls nicht überanstrengst und zusätzliche Dehn-Übungen in Dein Training mit einbaust.

Erst wenn weitere Symptome hinzukommen, könnte etwas Ernsthaftes hinter  Deinen nächtlichen Wadenkrämpfen stecken. Behalte hierbei Deinen gesamten Körper im Blick. Wenn z. B. zusätzliche Symptome wie Kribbeln, Taubheit, Fieber, Erschöpfung oder Müdigkeit auftreten, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

Was kann ich in der Nacht gegen meine Wadenkrämpfe tun?

Ein Muskelkrampf kann mehrere Minuten dauern und dabei sehr schmerzhaft sein. Glücklicherweise kannst Du unmittelbar Maßnahmen ergreifen, um bei einem Wadenkrampf sanft aber dennoch gezielt von Außen auf die Muskulatur einzuwirken und so schnell ihre Entspannung herbeizuführen.

Um einem akuten Wadenkrampf in der Nacht entgegenzuwirken, solltest Du versuchen die Muskeln sanft zu dehnen. Hierfür ziehst Du die Fußspitze vorsichtig in Richtung Deines Knies. Mit dieser Bewegung spannst Du die Gegenspieler (Antagonisten) Deiner Wadenmuskulatur, die Strecker- und Wadenbeinmuskulatur, an und bewirkst einen entspannenden Dehn-Effekt.

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Eine weitere Möglichkeit wäre es für Dich, kurz aufzustehen und ein bisschen herumzulaufen.

Das Zusammenspiel der Muskeln während des Gehens bewirkt ähnlich wie beim gezielten Dehnen eine An- und Entspannung der gesamten Unterschenkelmuskulatur.

Auch Wärme, beispielsweise durch einen warmen Wadenwickel oder eine Wärmflasche, kann die Muskeln Deiner Wade zusätzlich entspannen und so die Schmerzen lindern.

Was kann ich langfristig gegen Wadenkrämpfe in der Nacht tun?

Um möglichen Wadenkrämpfen in der Nacht vorzubeugen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Du tun kannst. Die zentralen Punkte, die Du hierbei beeinflussen kannst, sind, ausreichend zu trinken und ausreichend viele Mineralstoffe zu Dir zu nehmen. Medikamente sollten immer erst eine Option sein, wenn Du alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft hast.

Ausreichend trinken heißt in diesem Fall zwischen 2 und 3 Litern am Tag. An besonders heißen Sommertagen oder beim Sport darf es auch ein wenig mehr sein, da Dein Körper über das Schwitzen in der Wärme auch viel Wasser verliert. Wichtig ist, dass Deine Getränke alkoholfrei sind und möglichst wenig Zucker enthalten.

Auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen für ein ausgewogenes Gleichgewicht an Elektrolyten in Deinem Blut kann das Krampf-Risiko Deiner Muskeln senken. Zu den wichtigsten Mineralstoffen gehören Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium.

Was kann ich gegen Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft machen?

Neben sofort helfenden Maßnahmen wie Dehnen und Wärme empfehlen Ärzte zusätzlich die Einnahme von Magnesium. (2) Auf eine medikamentöse Behandlung wird im Rahmen der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet, da die gängigen Präparate fruchtschädigend oder gar wehenfördernd wirken und zudem über die Muttermilch an das Kind weitergegeben werden. (7, 8)

In der Schwangerschaft erhöht sich der Magnesiumbedarf der werdenden Mutter ab dem 2. Schwangerschafts-Trimester.

Die genauen Gründe für nächtliche Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft sind noch weitestgehend ungeklärt. Ärzte vermuten einen Zusammenhang zwischen den hormonellen Veränderungen und dem steigenden Bedarf an Mineralstoffen und Flüssigkeit während der Schwangerschaft.

Auch die ungewohnte körperliche Belastung durch die Gewichtszunahme kann zu einer Überbeanspruchung der Beinmuskulatur führen, welche sich dann in nächtlichen Muskelkrämpfen bemerkbar macht.

Wann ist es sinnvoll wegen Wadenkrämpfen einen Arzt aufzusuchen?

Einen Besuch beim Arzt solltest Du dann erwägen, wenn die Krämpfe in Deinen Waden Dich ernsthaft in Deinem Alltag einschränken. Wenn Du z. B. durch die Häufigkeit keinen ausreichenden Schlaf mehr bekommst, Maßnahmen wie Dehnen nicht mehr helfen oder auch die Krampfanfälle stärker werden, kannst Du Dich an Deinen Hausarzt oder einen Facharzt für Innere Medizin wenden.

Weitere Warnsignale, bei denen Du definitiv einen Arzt aufsuchen solltest, sind generelle Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Beinen, Bewegungseinschränkungen oder weitere Muskelkrämpfe in anderen Bereichen Deines Körpers.

Auch bei zusätzlich auftretenden Krankheitsanzeichen wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Nachtschweiß, Fieber, Müdigkeit und Erschöpfung solltest Du Dich an einen Arzt wenden.

Wadenkrämpfe in der Nacht: Die besten Tipps & Tricks für eine ruhige Nacht

Während Sofort-Hilfe-Maßnahmen wie Dehnen oder auch Wärme schnelle Linderung der Schmerzen bewirken, ist die Studienlage zur langfristigen Vorbeugung von nächtlichen Wadenkrämpfen überraschenderweise gar nicht so eindeutig. (2, 5, 7)

Viele Studien belegen zwar die nachhaltige Wirksamkeit des Medikaments Chinin (als Chininsulfat oder Hydrochinin) gegen Wadenkrämpfe in der Nacht, jedoch gehen mit der Einnahme zwar selten aber dennoch schwere Nebenwirkungen  einher. Daher ist die Medizin nach wie vor auf der Suche nach wirksamen nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden. (2)

Sofort-Hilfe gegen Wadenkrämpfe in der Nacht

Muskelkrämpfe in den Waden dauern zwar meist nur Sekunden bis hin zu wenigen Minuten, jedoch sind die mit ihnen einhergehenden Schmerzen kaum auszuhalten.  Sofort helfende Maßnahmen zielen darauf hab, die Muskeln wieder zu entspannen und so die Schmerzen zu lindern.

Aktives Dehnen

Bei einem Muskelkrampf ergibt sich für viele bereits automatisch das Bedürfnis den Muskel zu dehnen, um den Krampf zu lösen. Während eines akuten Krampfanfalls empfiehlt sich das sogenannte aktive Dehnen der Wadenmuskulatur.

Durch aktives Dehnen der Muskulatur kannst Du den Krampf schnell lösen.

Hierfür ziehst Du Deine Fußspitze nach oben in Richtung Knie. Du spannst dabei Deine Schienbeinmuskulatur an und dehnst automatisch Deine Wadenmuskulatur in die Länge.

Bei besonders starken Schmerzen braucht es hierfür manchmal auch etwas Überwindung. Beginne am besten sanft, indem Du zunächst das Knie anwinkelst, mit Deinen Händen sanft Deinen Vorderfuß umfasst und diesen vorsichtig zu Dir in Richtung Deines Knies ziehst. Daraufhin kannst Du langsam versuchen Dein Knie durchzudrücken und so die Dehnung zu verstärken.

Wärme und sanfte Massagen

Wärme hat eine entspannende Wirkung auf Muskeln. Zudem regt sie die Durchblutung an und kann Muskelschmerzen lindern.

Hierfür kannst Du Dir zum Beispiel warme Wadenwickel machen, Deine Unterschenkel auf eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen legen oder Deine Waden kurz warm abduschen.

Auch eine sanfte Massage der betroffenen Muskeln kann die Schmerzen lindern. Hierdurch wird die Verhärtung des Muskels langsam gelöst und die Durchblutung ebenfalls angeregt.

Langfristige Maßnahmen zur Vorbeugung von nächtlichen Wadenkrämpfen

Die Behandlungsoptionen, die wir Dir hier vorstellen, werden in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfohlen. (2)

Nicht-Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Auf die Einnahme von Medikamenten zu verzichten, sollte immer die erste Option für Betroffene und auch gegebenenfalls behandelnde Ärzte darstellen. Bei vielen Maßnahmen setzt man hier auf Erfahrungswerte und Überlegungen auf der Grundlage bekannter Wirkungszusammenhänge.

Vorteile
  • geringe Kosten
  • Mittel wie Magnesium sind frei verkäuflich
  • kaum bis keine Nebenwirkungen
  • für Schwangere anwendbar
Nachteile
  • nachhaltige Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt

Eine eindeutige Bestätigung seitens der Forschung fehlt leider, da die Ergebnisse bisheriger Studien gerade in Bezug auf die Einnahme von Magnesium oder auch B-Vitaminen einander widersprechen.

Passives Dehnen zur Vorbeugung

Während bei einem akuten Wadenkrampf aktives Dehnen für eine unmittelbare Entspannung der Wadenmuskulatur sorgt, hat sich das sogenannte passive Dehnen in Studien als eine Möglichkeit zur langfristigen Vorbeugung erwiesen. (3, 4)

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Passives Dehnen nach dem Sport oder kurz vor dem Zubettgehen kann langfristig helfen, Wadenkrämpfen in der Nacht vorzubeugen.
(Bildquelle: Alora Griffiths / Unsplash)

Hierfür bieten sich verschiedene Übungen an, die Du mehrmals am Tag, nach dem Training oder auch jeden Abend vor dem Schlafengehen anwenden kannst:

  • Übung 1: Beuge den Oberkörper vor und strecke Deine Hände in Richtung Deiner Fußspitzen. Deine Fersen sollten dabei vollen Kontakt mit dem Boden behalten. Falls Du mit dieser Ausführung Probleme hast, kannst Du Dich auch  mit circa 1 m Entfernung vor eine Wand stellen und Deine Arme beim Vorbeugen an der Wand abstützen.
  • Übung 2: Gehe in einen Ausfallschritt nach vorne. Verlagere Dein Gewicht auf das vordere Bein und beuge hierfür leicht Dein Knie. Versuche nun das hintere Bein durchzustrecken und mit Deiner Ferse den Boden zu berühren. Für ein besseres Gleichgewicht kannst Du Dich auch bei dieser Übung an einer Wand abstützen.

Bei beiden Übungen solltest Du ein Ziehen auf der Rückseite deines Ober- und Unterschenkels spüren können.

Ausgleich des Elektrolyt-Haushalts

Für das richtige Funktionieren der Muskeln bedarf es unter anderem eines komplexen Zusammenspiels an Mineralstoffen. Diese befinden sich als Ionen im Wasseranteil Deines Körpers. Aufgrund dieser in Flüssigkeit gelösten Form bezeichnet man sie auch als Elektrolyte.

Für Muskelzellen sind hierbei 2 Mineralstoffe essenziell: Calcium und Magnesium. Calcium-Ionen sorgen in den Muskelzellen dafür, dass sich diese zusammenziehen. Sobald der Impuls einer Nervenzelle an den Muskel weitergegeben wird, werden sie freigesetzt und bewirken die Reaktion eines Muskels.

Magnesium hemmt diese Freisetzung von Calcium-Ionen im Muskel und wirkt dadurch regulierend auf seine Anspannungsreaktion.

Bei Blutuntersuchungen von Sportlern und Schwangeren, die unter Muskelkrämpfen litten, konnte oft ein Magnesium-Mangel festgestellt werden, sodass die Schlussfolgerung nahe liegt, die Krampfanfälligkeit durch die Ergänzung mit Magnesium beheben zu können.

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Wer keine ergänzenden Magnesium-Präparate einnehmen möchte, kann seinen Tagesbedarf auch mit Hilfe einer mineralstoffreichen Ernährung decken. Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten sind z. B. Brokkoli, Hülsenfrüchte oder Vollkornbrot.
(Bildquelle: Alexandr Podvalny / Unsplash)

Wenn Du Dich für die Einnahme von Magnesium entscheidest, solltest Du auf die richtige Dosierung achten, da eine Überdosierung mit Magnesium auch zu Nebenwirkungen wie Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt folgende Mengen als Referenzwerte für Magnesium für Erwachsene:

Alter empfohlene Tagesmenge für Männer / Frauen
15 bis 19 Jahre 400 Milligramm / 350 Milligramm
19 bis 25 Jahre 400 Milligramm / 310 Milligramm
25 bis 51 Jahre 350 Milligramm / 300 Milligramm
51 bis 65 Jahre 350 Milligramm / 300 Milligramm
ab 65 Jahren 350 Milligramm / 300 Milligramm
Schwangere 310 Milligramm
Stillende 390 Milligramm

Medikamentöse Behandlung mit Chinin

Als Chininsulfat oder Hydrochinin bildet Chinin ein gängiges Präparat zur Behandlung nächtlicher Wadenkrämpfe. In Dosierungen von maximal 200 bis 400 Milligramm täglich wirkt es krampflösend. Dabei nimmt es Einfluss auf die Häufigkeit, die Dauer und die Intensität eines Krampfanfalls.

Vorteile
  • wirkt krampflösend
  • Krampfanfälle sind seltener, kürzer und schwächer
  • Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt
Nachteile
  • bei längerer Einnahme können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten
  • verschreibungspflichtig

Gerade bei langfristiger Einnahme kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Hierzu zählen Tinnitus, Übelkeit und Sehstörungen. Weiterhin kann es zu unerwünschten Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt, das Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System und die Haut kommen.

Eine Behandlung mit Chinin stellt aufgrund der immensen Nebenwirkungen immer die letzte mögliche Option, wenn andere Maßnahmen nicht erfolgreich waren.

Die schwerwiegendste Nebenwirkung ist die sogenannte Thrombozytopenie. Dies bezeichnet einen Mangel an Thrombozyten (Blutplättchen), als wichtigem Bestandteil der Blutgerinnung. Es kommt verstärkt zu z. B. Nasenbluten, blauen Flecken (Hämatomen), punktuellen Einblutungen (Petechien) in die Haut und Schleimhäute und schlimmstenfalls inneren Blutungen bis hin zum Schlaganfall.

Seit 2015 ist Chininsulfat verschreibungspflichtig, da aufgrund der Nebenwirkungen die Einnahme ärztlich begleitet und beobachtet werden muss.

Alternative Behandlungsmethoden

Diese Optionen fallen in den Bereich der Alternativen Medizin und werden nicht in den ärztlichen Leitlinien der Schulmedizin empfohlen. Ihre Wirksamkeit basiert auf  Erfahrungswerten und wird erst allmählich durch Studien wissenschaftlich erforscht.

Alternative Merkmale
Akupunktur Akupunktur ist eines der wichtigsten Therapieverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin. Mit Hilfe feiner Nadelstiche an speziellen Punkten des Körpers sollen Blockaden beseitigt werden, die die Zirkulation der Lebensenergie stören und so Beschwerden verursachen. Die für Muskeln und Muskelkrämpfe entscheidenden Punkte sind Leber und Milz. Akupunktur wird oft bei einer Neigung zu Wadenkrämpfen empfohlen.
Homöopathie Homöopathie bezeichnet eine Behandlungsmethode aus dem Bereich der Alternativmedizin. Das grundlegende Prinzip besteht darin, Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen. Das heißt hier speziell, dass Arzneimittel in stark verdünnter Form eingesetzt werden, die bei gesunden Menschen zu krampfartigen Symptome führen. Zu den gängigsten Mitteln bei Wadenkrämpfen gehören Cuprum metallicum, Magnesium phosphoricum, Valeriana officinalis und Thuja.

Fazit

Wiederholte Wadenkrämpfe in der Nacht können nicht nur enorm schmerzhaft sein, sondern sich langfristig auch auf den Schlaf und damit die allgemeine Lebensqualität auswirken. Welche genauen Faktoren in welchem Ausmaß an der Entstehung und Neigung von Wadenkrämpfen beteiligt sind und warum sie häufig nachts auftreten ist noch nicht vollständig erforscht.

Zentrale Punkte, die das Auftreten von nächtlichen Wadenkrämpfen begünstigen scheinen die Überbelastung der Muskulatur sowie ein Ungleichgewicht von Elektrolyten im Körper zu sein. In seltenen Fällen sind sie nur eines von vielen Symptomen einer ernst zu nehmenden Grunderkrankung.

Bereits simple Maßnahmen wie Dehn-Übungen, ausreichende Trinkmengen, eine mineralstoffreiche Ernährung oder auch die ergänzende Einnahme von Magnesium-Präparaten können sowohl kurz- als auch langfristig helfen, bevor eine medikamentöse Behandlung mit Chinin als letzte Option in Betracht gezogen wird.

Bildquelle: 123rf.com / staras

Einzelnachweise (8)

1. Parisi, L et al. “Muscular cramps: proposals for a new classification.” Acta neurologica Scandinavica vol. 107,3 (2003): 176-86. doi:10.1034/j.1600-0404.2003.01289.x
Quelle

2. Lindemuth R. et al. S1-Leitlinie Crampi/Muskelkrampf. 2017. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 05.08.2020)
Quelle

3. Hallegraeff, Joannes M et al. “Stretching before sleep reduces the frequency and severity of nocturnal leg cramps in older adults: a randomised trial.” Journal of physiotherapy vol. 58,1 (2012): 17-22. doi:10.1016/S1836-9553(12)70068-1
Quelle

4. Coppin RJ, Wicke DM, Little PS. Managing nocturnal leg cramps--calf-stretching exercises and cessation of quinine treatment: a factorial randomised controlled trial. Br J Gen Pract. 2005;55(512):186-191.
Quelle

5. Blyton, Fiona et al. “Non-drug therapies for lower limb muscle cramps.” The Cochrane database of systematic reviews vol. 1,1 CD008496. 18 Jan. 2012, doi:10.1002/14651858.CD008496.pub2
Quelle

6. Allen RE, Kirby KA. Nocturnal leg cramps. Am Fam Physician. 2012;86(4):350-355.
Quelle

7. Young, Gavin. “Leg cramps.” BMJ clinical evidence vol. 2015 1113. 13 May. 2015
Quelle

8. Young, Gavin, and David Jewell. "Interventions for leg cramps in pregnancy." Cochrane database of systematic reviews 1 (2002).
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Benjamin ist studierter Biologe. Er hat sich mittlerweile auf Physiologie spezialisiert. Gerade der Einfluss von Nahrungsergänzungsmittel auf den menschlichen Organismus interessieren ihn. Er arbeitet als Medizinredakteur. Sein Ziel ist es, komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen, damit sie für alle verständlich sind.
Wissenschaftlicher Artikel
Parisi, L et al. “Muscular cramps: proposals for a new classification.” Acta neurologica Scandinavica vol. 107,3 (2003): 176-86. doi:10.1034/j.1600-0404.2003.01289.x
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Wissenschaftlicher Artikel
Lindemuth R. et al. S1-Leitlinie Crampi/Muskelkrampf. 2017. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 05.08.2020)
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Wissenschaftliche Studie
Hallegraeff, Joannes M et al. “Stretching before sleep reduces the frequency and severity of nocturnal leg cramps in older adults: a randomised trial.” Journal of physiotherapy vol. 58,1 (2012): 17-22. doi:10.1016/S1836-9553(12)70068-1
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Wissenschaftliche Studie
Coppin RJ, Wicke DM, Little PS. Managing nocturnal leg cramps--calf-stretching exercises and cessation of quinine treatment: a factorial randomised controlled trial. Br J Gen Pract. 2005;55(512):186-191.
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Wissenschaftlicher Artikel
Blyton, Fiona et al. “Non-drug therapies for lower limb muscle cramps.” The Cochrane database of systematic reviews vol. 1,1 CD008496. 18 Jan. 2012, doi:10.1002/14651858.CD008496.pub2
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Wissenschaftlicher Artikel
Allen RE, Kirby KA. Nocturnal leg cramps. Am Fam Physician. 2012;86(4):350-355.
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Wissenschaftliche Untersuchung
Young, Gavin. “Leg cramps.” BMJ clinical evidence vol. 2015 1113. 13 May. 2015
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Wissenschaftliche Untersuchung
Young, Gavin, and David Jewell. "Interventions for leg cramps in pregnancy." Cochrane database of systematic reviews 1 (2002).
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